Die Flasche geben

 

Wenn Sie nicht stillen, können Sie ihrem Baby auch mit dem Füttern per Flasche einige Annehmlichkeiten des Stillens bieten. Denn beim Stillen ist nicht allein die Muttermilch gesund oder das Saugen an der Brust entwicklungsfördernd und wohltuend, es geht auch um:


  1. Blickkontakt - halten Sie Ihr Baby so, dass Sie beide sich tief in die Augen schauen können.

  2. Hautkontakt - tragen Sie Kleidung, die es ihrem Baby ermöglicht, Ihre Haut mit dem Kopf, dem Gesicht und den Händen zu spüren. Halten, massieren oder streicheln Sie es außerdem sooft wie möglich wenn es nackt ist - z.B. nach dem Baden, beim Wickeln.

  3. Mamas Duft - auch wenn die Flasche nicht so süß und warm duftet, wie die laktierende Brust, mit Hautkontakt hat Ihr Baby beim Trinken Sie in der Nase. Es kennt Ihren Geruch schon aus der Zeit vor der Geburt. Er beruhigt.

  4. Bindung - Nehmen Sie sich Zeit und Ruhe für das Füttern; und auch wenn es evtl. schwer fällt: Übernehmen ausschließlich Sie das Füttern während der ersten Monate (wie es beim Stillen der Fall wäre) oder zumindest so weit wie irgend möglich.


Außerdem:


  1. Einen schwergängigen Sauger verwenden bzw. einen, der das Saugen an der Brust so gut wie möglich imitiert. Das harmonisiert Saugbedürfnis und Sättigungsregulierung und es fördert Mundmotorik sowie -muskulatur. Derartige Sauger kosten deutlich mehr, die Kosten machen aber insgesamt keinen großen Anteil aus.

  2. Babys trinken nach den ersten beiden Wochen an der Brust etwa 8-12 mal in 24 Stunden je 50-100 ml pro „Mahlzeit“. Orientieren Sie sich eher daran bzw. direkt an Ihrem Kind als an den Empfehlung der Milch-Hersteller, nach denen Babys oft nur 5-7 mal etwas bekommen und dann jeweils 100-200 ml.

  3. Pre-Nahrung oder 1er-Milch füttern. Folgemilchen sind unnötig. Und auch wenn es aufwändiger ist, sein Baby nach Bedarf zu füttern, als es mit dickerer Milch abzufüllen - stören Sie nicht ohne Not seine Selbstregulation! Füttern sie auch nicht mehr oder anders, um das Schlafverhalten Ihres Babys zu beeinflussen - den Schlafrhythmus bestimmt das Gehirn, nicht der Magen. Und nächtliche Mahlzeiten sind keineswegs überflüssig, solange ein Kind sie einfordert.

  4. Wechseln Sie die Seite - lassen Sie Ihr Kind beim Trinken mal im rechten, mal im linken Arm liegen (eben wie beim Stillen) und so aufrecht wie bequem möglich.

  5. Tragen Sie ihr Kind viel bei sich, lassen Sie es bei sich schlafen. Dadurch, dass Sie nicht stillen, ist Ihre hormonelle Lage anders und damit auch ihr Verhalten. Stillhormone fördern Bindung und Einfühlungsvermögen - Nähe aber auch. Gleichen Sie über diese aus. Führen Sie keine „Fernbeziehung“. Zumindest nicht in den ersten Monaten und Jahren - das kommt von allein und früh genug. ;o)








© Sonia Sampaolo     www.inGeborgenheit.de